Illustration: Wortstarke Kommunikation

wortstark Newsletter 56 (September 2009)

wortstark-Newsletter empfehlen!

10 Jahre wortstark - und es bleibt spannend!

Dr. Annette Hartmann Liebe Leserinnen und Leser,

es ist mal wieder so weit: Alle fünf Jahre wage ich mich und meine eigene Firma jeweils zum Jubiläumsinterview ins Rampenlicht, stelle ich mich selber den Fragen eines anderen Kommunikationsprofis und lasse Sie hinter die Kulissen blicken. Wirtschaft wird von Menschen gemacht. Lesen Sie hier, was für ein Mensch alle zwei Monate den wortstark Newsletter verfasst, was es in seit dem letzten Jubiläumsinterview 2004 bei mir Neues gibt und wie ich über einige Wirtschaftsthemen unsere Zeit denke. Inhaltlich ist der Newsletter in dieser Ausgabe deshalb etwas breiter gefächert als sonst – Sie merken es unter anderem an den vielen sehr verschiedenen und etwas ungewöhnlichen Fotos, die ich erstmals in meinen Newsletter eingefügt habe. Sie illustrieren meine Gedanken und Erlebnisse und mögen Sie bei der Lektüre erfreuen, inspirieren, unterhalten.

Der Rahmen des Gespräches wird von einer weiteren Besonderheit geprägt: Befragt hat mich Irene Bamberger, Marketingspezialistin bei einem großen Konsumgüterhersteller, die ich seit diesem Jahr mit Coaching und Training für Kommunikationsverantwortliche begleite. Frau Bamberger zieht es zur Pressearbeit und so setzte sie sich das Ziel, journalistische Interviewtechniken zu erlernen und an realen Fällen zu üben und zu optimieren. Das vorliegende Ergebnis ist ihr zweites Interview außerhalb des Firmenkontextes. Ich danke Irene Bamberger an dieser Stelle für ihr Engagement und all ihre Fähigkeiten, die sie in diese Aufgabe einbrachte und gebe ihr selbstverständlich gerne ein öffentliches Forum. Umgekehrt war es für mich ein Geschenk, mal auf der anderen Seite des Mikrophons zu sitzen und über mich und meine Arbeit erzählen zu dürfen.

Apropos Geschenk: Wie im Anschreiben zur vorigen Ausgabe angekündigt, möchte ich gerne Sie, meine treuen KundInnen und LeserInnen das 10-jährige wortstark-Firmenjubiläum mitfeiern lassen. Meine Idee: Ich begutachte kostenlos eines Ihrer Angebote. In diesem Element der Unternehmenskommunikation sehe ich ein großes, unterschätztes Potenzial für mehr Umsatz. Falls Sie persönlich keine Angebote verfassen, leiten Sie diese Info gerne an KollegInnen, Freunde und Bekannte weiter. Mit meiner Aktion spreche ich Konzerne ebenso an wie den Mittelstand und Kleinstunternehmen, quer durch alle Branchen.

Und nun viel Spaß beim Lesen des Jubiläumsinterviews.

Ihre Annette Hartmann

Dr. Annette Hartmann - eine Spezialistin mit dem Blick auf das Ganze

Irene Bamberger: Frau Dr. Hartmann, ein starkes Stück – 10 Jahre wortstark. Beim Betrachten Ihres Internetauftritts spürte ich gleich die Dynamik hinter wortstark. Worauf basiert Ihre Wortstärke?

wortstark: Wenn ein Mensch etwas besonders gut kann, entspringt diese Fähigkeit meistens zwei Quellen: Einer Gabe und der Ausübung. Mir ist Gott sei Dank das Talent in die Wiege gelegt worden, dass ich mich gut ausdrücken kann. Der Rest ist Förderung, Übung und Erfahrung. Ich bin vom Wesen her ein wachsamer und kritischer Geist. Ich interessiere mich für viele Dinge und frage so lange nach, bis ich eine Sache verstanden habe. Ab diesem Moment kann ich es dann auch vernünftig erklären.

Irene Bamberger:  Sie sind also hartnäckig, wenn es um die Sache geht, Frau Dr. Hartmann?

wortstark: Das steckt ja bei mir schon im Nachnamen…„Hartmann“! (lacht) Nein, das hartnäckige Nachfragen sehe ich vor allem als Relikt aus meinen Journalistenzeiten, wo es mir zum ersten Mal als Handwerkszeug bewusst wurde. Faktisch brauche ich es bis heute, um meiner Arbeit jene Sorgfalt und jenen Tiefgang zu geben, den ich als inhaltlich gute Qualität betrachte.

Irene Bamberger:  Welche Ereignisse haben die letzten fünf Jahre Ihrer Selbständigkeit am meisten geprägt? Kamen die von außen oder wollten Sie selber über den Tellerrand hinausblicken?

wortstark: Das sind für mich zwei Fragen. Erst einmal zu den Besonderheiten der letzten fünf Jahre. Inzwischen haben sich meine drei Geschäftsfelder Coaching, Training und Beratung stabilisiert. Das klingt erstmal etwas unspektakulär, ist aber ein wichtiges Novum wenn ich zurückschaue. Anfangs war ich neben der klassischen Beratungsarbeit auch noch viel redaktionell unterwegs, habe für Werbeagenturen im Bereich Konzeption, Kreation und Text gearbeitet, mich nochmal eine Weile im Lokaljournalismus betätigt, bot Public Relations für den IT-Bereich und Website-Konzeption sowie Redaktion an. Dadurch, dass alles hintereinander und nicht gleichzeitig im wortstark-Portfolio enthalten war, trug ich nie wirklich einen Bauchladen herum. Aber fokussierter ist mein Angebotspaket von heute allemal. Die drei Bereiche Coaching, Training und Beratung sind es also weiterhin – in „veränderlichen Gewichtsanteilen“!

Irene Bamberger: Aha.- (lacht) Was fiel sonst noch ins Gewicht?

wortstark: Gestatten Sie bitte noch einen Nachsatz zum Geschäftsfeldthema: Weil ich mit allen Aktivitäten immer im – wenn auch großen - Feld der Unternehmenskommunikation blieb, konnte ich meine „Exkurse“ der ersten fünf Jahre recht gut in die zweite Hälfte einbauen. Es ist überzeugt meine KundInnen, dass ich wirklich Berufspraxis sammelte in der Unternehmenskommunikation, dass ich auch die Atmosphäre und die Alltagsbedingungen am eigenen Leib erfuhr.

Irene Bamberger: Ja, so ging es mir ja selbst auch, als ich mich nach jemandem umsah, der mir direkt zu meiner Arbeit im Marketing qualifiziertes Feedback gibt…  

wortstark: Ja, eben (lächelt). Und das nächste „Ereignis“ ist eigentlich auch wieder das Ergebnis eines längeren Prozesses: Auch beim Newsletter hat sich die 2004 begonnene Konzeption bewährt, die bis heute aus einem persönlichen Editorial besteht, in dem ich begründe, warum ich mich mit einem bestimmten Thema beschäftige. Der anschließende Hauptteil besteht aus dem Interview mit einem Experten oder einer Expertin. In den ersten Jahren der Newsletter-Redaktion war mein Sendungsbewusstsein noch so hoch, da präsentierte ich im Hauptteil die Inhalte meiner Forschungsarbeit und als kleines Anhängsel folgte das Interview. Das stellte ich um, als ich erkannte, wie viel ich auch selbst aus den Interviews lernen kann.

Damit komme ich zu Ihrer zweiten Frage, ob die Impulse mehr von außen kamen oder von innen: Sowohl was mein dreigliedriges Angebotspaket angeht als auch den Newsletter, bestimme ich zwar die Grundrichtung, bin danach aber offen für Themen und Begegnungen, die sich ergeben. Plötzlich ist ein Thema reif, oder ein Auftrag oder ein Kontakt und dann wird es zum Leben erweckt. Mit solchen Aktivitäten wie dem Newsletter, der mich durchschnittlich zwei Arbeitstage Zeit kostet, aber durch den ich nichts verdiene, löse ich mich aus dem Zweckdenken und einer potenziell immer zu engen Betrachtung meines Fachgebietes und nehme die Vogelperspektive ein. Im Alltag ist oft mehr die Froschperspektive gefordert, um eine konkrete Aufgabe zu erfüllen.

Irene Bamberger: Oh, wie arbeiten Frösche? Hüpfen die von einem Blatt zum anderen, oder sitzen sie nur in Meetings und quaken oder graben sie sich ein?

wortstark: (Lacht) Auch solche Exemplare gibt es, die nur endlos quaken in Meetings… Nein – ich meine damit, dass mein Focus im Alltag oft eher auf eine konkrete Arbeit gerichtet ist, die der „Frosch“ ohne großes Umherforschen zu erfüllen hat. Manchmal ist es andererseits gut, die Sicht von oben zu haben, um Zusammenhänge, Übergänge und Randgebiete des Fachs in seinem Kontext zu entdecken. Ich erhebe mich zwischendrin gern mal in die Lüfte…

Irene Bamberger: Gut. Sie beweisen nachhaltig erfolgreich, dass man von guten Worten leben kann. Wie finden Sie und Ihre Kunden zusammen?

wortstark: Darüber weiß ich immer bescheid, weil ich bei jedem Neukunden dessen Weg zu mir erfrage: Den Löwenanteil des Neugeschäfts verdanke ich Empfehlungen von BestandskundInnen und ein kleiner Teil kommt über meine Website.

Irene Bamberger: Ihr Newsletter beschäftigt sich zur Zeit vorrangig mit Wegen aus der Krise. Was raten Sie Unternehmerinnen und Unternehmern, um gut durch diese wirtschaftlich instabile Zeit zu kommen?

wortstark: Hm. Da gehe ich bewusst sehr von mir und meinen eigenen Lernerfahrungen aus. Erstens: Es bringt nichts, sich verrückt zu machen. Ein Stück weit bin auch ich dem Medienrummel auf den Leim gegangen. Haben wir nicht alle unterbewusst Angst vor einem riesigen, unüberschaubaren Wust an globalen Zusammenhängen, die wir nicht mehr durchblicken geschweige denn steuern können? Gerade bei so abstrakten Dingen wie dem Finanzmarkt? Bei mir jedenfalls hat diese unheimliche Macht des großen Unbekannten gewirkt. Aber Fakt ist doch: Diese Krise ist in den USA entstanden und sie hat zwar auch hier Auswirkungen, doch bei weitem nicht in dem Maße wie dort. Man kann eine Krise auch herbeireden. Wenn ich mich so umschaue, stelle ich ein Jahr nach dem Aufkommen des Themas fest, dass es den meisten von uns gut geht und sich kaum etwas geändert hat.

Ich sehe wohl, dass es auch Ausnahmen gibt, aber das sind doch wirklich Spezialfälle: Eine deutsche Firma mit einer amerikanischen Mutter, die mussten ihre sämtlichen Budgets einfrieren, weil plötzlich alle noch greifbare Finanzkraft zusammengehalten werden sollte. Oder ein Fachzeitschriften-Verlag, der seit Jahren eine rückläufige Auflage hat und jetzt, nach eigener Aussage natürlich nur aufgrund der Wirtschaftskrise, absolut keine Anzeigenkunden mehr findet, was ihn an den Rand der Insolvenz bringt. Oder nehmen Sie die Automobilbranche samt Zulieferern. Diese Branche krankte doch auch schon vorher. Inzwischen ist übrigens nach meinen Informationen die Auftragslage wieder so gut, dass die Kurzarbeit zumindest unterbrochen wird. Hinter den hier beschriebenen Beispielen stecken doch strukturelle Probleme, die jetzt nur aufgrund der schlechteren Finanzanlage schärfer ausfallen oder eben das Fass zum Überlaufen bringen. In vielen Fällen ist die so genannte Wirtschaftskrise aber meines Erachtens überschätzt worden. Außerdem wird sie als dankbare Ausrede für „Nicht-Handeln“ aller Art genutzt.

Irene Bamberger: Viele sagen ja: “Das Eigentliche kommt erst noch in 2010…“

wortstark: Ich warte noch immer – mich hat es bis heute noch nicht erwischt! Es wird immer Leute geben, die sich einen großen Knall wünschen. Die sind dann ganz enttäuscht, wenn es nur gelegentlich leise „plopp“ macht. Als Coach führe ich so ein unverdrossenes Sehnen nach dem Paukenschlag in der Welt unter anderem auf die Projektion des Wunsches nach der Veränderung der eigenen Lebenswelt zurück.

Irene Bamberger: Das ist eine gewagte These!

wortstark: Ja, und? Es ist mein Eindruck. Das eine ist also, dass wir uns nicht kirre machen lassen. Mein zweiter Lerneffekt und möglicherweise Empfehlung für andere ist: „Weiche Planung“ finde ich ideal, um eine Firma durch Krisen zu bringen oder überhaupt am Laufen zu halten.

Irene Bamberger: Was heißt „weiche Planung“ für Sie?

wortstark: Weiche Planung heißt für mich, dass ich eine Grundlinie habe und weiß wo ich grundsätzlich hin will. Ich bin nunmal Kommunikationsprofi und nicht Friseurin, Knopfproduzentin oder Dirigentin. Aber deshalb brauche ich noch lange nicht die Wege meiner Firma minutiös zu planen, siehe meine vorhin beschriebenen Geschäftsfeldentwicklungen. Jeder kann sich hundertmal Sachen vorstellen und wünschen, wichtig ist letztendlich, dass er oder sie sich darauf einstellt, was der Markt braucht und verträgt und zu bestimmten Preisen abnimmt. Und das kann ich vorher nur bedingt herausfinden, manchmal hilft nur dem Sog der eigenen Motivation folgen und es ausprobieren.

Als ich wortstark gründete, fragte ich einen erfahrenen erfolgreichen Unternehmer, ob ich nun einen umfassenden Business-Plan aufstellen soll. Er sagte: „Plane nicht lange, womit Du eines Tages Geld einnehmen wirst, kauf Dir einen PC und FANG AN!“ Das habe ich beherzigt und denke oft daran. Er hatte Recht, jedenfalls für DienstleisterInnen. Wer also nicht unbedingt zur genauen Planung gezwungen ist, weil zum Beispiel größere Investitionen einen Kredit erfordern und die Banken den Tag der Rückzahlungen genau wissen wollen, dem rate ich definitiv zur weichen Planung. Harte, also genaue Pläne gehen an der Unternehmenswirklichkeit oft völlig vorbei. Das ist gerade am Anfang so wichtig. Sonst steckt der arme Existenzgründer in einem Korsett, und meint, er müsse die ganzen Angaben und die Kennzahlen erfüllen, und ist mit der Theorie so beschäftigt, dass er sich zu wenig um seine realen KundInnen und den Markt bemüht. Derweilen geht seine junge Firma vielleicht schon baden. Der soll lieber schauen: Was läuft den gerade? Die Nase in den Wind halten und flexibel darauf reagieren können…

Irene Bamberger: An einem Aspekt des Business-Planes oder auch Ihrer weichen Variante möchte ich gern noch bleiben: Bei der Identität. So eine Selbstbeschreibung ist ja auch Bestandteil von Planung. Vorher wurde das Selbstbild vielleicht noch nie so klar gedacht oder definiert, sondern jemand weiß einfach, was er oder sie kann und zu verkaufen hat. Welche Mittel und Wege nutzen Sie, um in der Zusammenarbeit die Identität Ihrer Firmenkunden herauszuarbeiten?

wortstark: Eine schöne Frage, die möchte ich ausführlich beantworten. Zunächst mal: Auch Leitbilder erfüllen diese wunderbare Konzentration und Durchleuchtung der Firmenseele, aber mit Worten, inneren Werten und nicht mit Kennzahlen und materiellen Werten. Doch war ja Ihre Frage, wie ich die Identität meiner KundInnen erschließe: Indem ich mich auf die Kultur, die Produkte und die Menschen dort EINLASSE.

Dazu möchte ich drei Beispiele geben. Bei meinem Kunde Astellas Pharma GmbH – ich habe dort nachgefragt, ob ich das hier sagen darf – war ich als Trainerin im Einsatz und stellte dabei fest: Astellas hat ihre sämtlichen Konferenzräume nach ihren Produkten benannt, zum Beispiel „Eligard“ oder „Arcuvan“. Es ist für mich inspirierend und motivierend, herauszufinden und zu wissen, welche Krankheiten diese Medikamente heilen können. Und für die SeminarteilnehmerInnen, die oft auch nichts mit den Medikamenten an sich zu tun haben, war es ebenfalls interessant, darüber zu nachzudenken, was ihr Arbeitgeber macht. Was tut die Astellas Pharma und warum ist sie positiv für die Welt? Das ist noch meine mindeste oder gelindeste Form, sich auf eine Firma einzulassen, dass ich solche Dinge eben wahrnehme und in meine Arbeit einfließen lasse.

Zweites Beispiel: In diesem Sommer habe ich eine Website über Astrologie konzipiert und getextet. Nachdem ich bisher lange Jahre kategorisch abgelehnt hatte, mich überhaupt damit zu beschäftigen, also erstmal gar nicht bereit war, mich einzulassen, hat mich jetzt das gemiedene Thema umso mehr gereizt. Als ich hörte, dass die Anbieterin genau solche SkeptikerInnen wie mich als ihre vorrangige Zielgruppe betrachtete und ich sie im Vorfeld der Arbeit näher kennenlernte, siegte die Neugier und mündete schon bald in Begeisterung. Die psychologische Astrologie wie Sylvia Linder sie praktiziert bietet wirklich wertvolle Möglichkeiten der Persönlichkeitsanalyse, davon bin ich inzwischen überzeugt. Sobald die Website online ist, sehen Sie hier den Link.

Ich bin dann wirklich aus eigenem Interesse sehr tief ins Thema eingestiegen, schon in der Recherchephase. Am Ende ging es so weit, dass ich mich künstlerisch mit den zwölf Sternzeichen auseinandersetzte, sie gemalt habe. Der Wassermann ist mein Lieblingsbild geworden, welches ich Ihnen, meinem geschätzten Newsletter-Publikum hier gern zeigen möchte. Kommt die wohltuende uranische Befreiung bei Ihnen an?Wassermann
Übrigens: Zu privaten Zwecken dürfen Sie das Bild kopieren, sofern Sie meinen Namen oder wortstark als Urheberin angeben. 

Mein drittes Beispiel ist das extremste meiner bisherigen Firmengeschichte: Ich arbeite seit 2,5 Jahren als Trainerin und Coach bei der MAN. Meine traditionelle Spezialität dort sind die Medientrainings für technische Experten (wen es näher interessiert ... ). Die Zusammenarbeit mit so vielen begeisterten LKW-Profis, die ganze intensive Beschäftigung mit dem technischen Wunderwerk LKW hat mich inzwischen auch persönlich voll erfasst. Mein Interesse fiel allerdings auch bei meinen Ansprechpartnern auf fruchtbaren Boden, das kam erleichternd hinzu! Die haben mir wirklich jede ihnen mögliche Förderung gegeben, damit ich mich diesen majestätischen Königen der Straße mutig nähern kann…  Auf dem Foto unten bin ich zu sehen, wie ich Ende Juli dieses Jahres neben dem MAN-Fahrschul-LKW stehe, nachdem ich eine Viertelstunde selbst am Steuer saß und auf dem Testgelände der MAN unterwegs war.

Annette Hartmann vor dem LKW

Eine faszinierende Erfahrung, auf einer Höhe von 3,50 m über dem Asphalt zu sitzen, fast 500 PS unter dem Hintern, zwölf Meter Gesamtlänge und fast ebenso vielen Tonnen Gewicht durch die Gegend zu manövrieren… Im wahrsten Sinne des Wortes ein gigantischer Genuss!

Klar geht es nicht immer, dass ich ein Produkt seines Kunden persönlich so hautnah „erfahre“. Aber Sie merken an den drei Beispielen, dass es in einem wesentlich größerem Maß als andere es tun möglich ist. Ich weiß, dass meine KundInnen mich gerade dafür besonders schätzen: Dass ich mich wirklich auf sie einlasse. Dass ich mich wirklich für sie und ihre Welt interessiere und dafür begeistern kann.

Irene Bamberger: Das hört sich so an, als sei das auch eine sehr zeitintensive Auseinandersetzung. Letztendlich ist das Einlassen ja auch eine persönliche Sache - wie stemmen Sie das? Haben Sie mal über Expansion Ihrer Firma durch Einstellung oder eine Geschäftspartnerschaft gedacht? 

wortstark: Sie geben ja schon teilweise die Antwort vor: Es ist tatsächlich so, das meine Arbeit zu einem großen Teil eine sehr persönliche Angelegenheit ist. Deshalb habe
ich bisher ganz bewusst keine MitarbeiterInnen und bin auch keine Geschäftspartnerschaft im engeren Sinne eingegangen, wie eine GmbH-Gründung oder GbR, weil ich mich nicht klonen kann und will. Zeitlich war es bisher mit einem guten Zeitmanagement immer irgendwie zu machen. Die Kunden haben ja selbst gewisse Planungs- und Vorlaufzeiten.

Irene Bamberger: Aber wie kommen Sie mit dem wechselnden Arbeitspensum zurecht?
        
wortstark: Wenn sich Terminwünsche zusammenballen, arrangiere ich sie möglichst diplomatisch. Und für die Phasen, in denen weniger los ist, habe ich mir das Motto gegeben: „Leerzeiten zu Lernzeiten“. Oder ich pflege meine Website. Es gibt immer etwas zu tun. Ich mache mir heute in ruhigeren Zeiten nicht mehr halb so viele Sorgen wie früher und weiß, es geht auch weiter, ohne wie wild zu rudern. Diese Gelassenheit ist eine köstliche Frucht der Erfahrung! Ich vertraue heute viel mehr dem natürlichen Auf und Ab des Lebensflusses. Ich weiß, dass vor allem meine CoachingklientInenn diese zuversichtliche Ausstrahlung an mir schätzen, dass ich das wirklich lebe.

Irene Bamberger: Es gibt doch sicher Leute, die gerne bei Ihnen arbeiten würden, oder? 

wortstark: Ja, die gibt es. Doch sobald ich bei wortstark MitarbeiterInnen hätte, würden sich neue Rahmenbedingen ergeben: Ich müsste zum einen meine Arbeit, an der ich selber Freude habe, meinen Leuten überlassen, damit die beschäftigt sind und wäre selber nur noch für die Akquise da. Das möchte ich auf keinen Fall! Dafür mag ich meine Arbeit selbst viel zu sehr.

Zweitens ist da die Kosten-Nutzen-Relation: Weder für meine KundInnen-Einsätze noch für Verwaltungsaufgaben würde sich derzeit ernsthafte Mitarbeit lohnen – wobei ich übrigens das Wort nicht mag, bei mir wird nichts „verwaltet“. Der englische Begriff „back-office“ ist für mich auch keine Lösung, denn das ist erstens Mode-Englisch also in der Bedeutung diffus, zweitens militaristisch also für mich nicht akzeptabel und drittens inhaltlich falsch, denn so eine Teilung von „Front“ und „Back“ gibt es bei wortstark nicht.

Zurück zum Thema Personal. Ich brauche niemanden, der mein Telefon bewacht. Die KundInnen können auf meinen Anrufbeantworter sprechen und am Abend oder spätestens am nächsten Tag melde ich mich zurück. Mails beantwortet der Autoresponder. Und die Buchhaltung? Ich schreibe auch gern mal zwischendrin eine Rechnung, weil mir so was die Bodenhaftung erhält zu allen Aspekten der unternehmerischen Realität. Klar abgrenzbare Aufgaben vertraue ich spezialisierten DienstleisterInnen an, die sie schnell und gut erfüllen, ohne mir das restliche Jahr auf der Tasche zu liegen.

Mit der wichtigste Grund gegen Personal ist: Ich bin ich ein sehr freiheitsliebender Mensch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Sekretärin für mich Termine macht - und meinen Tag verplant. Ein schrecklicher Gedanke für mich! Über meine Zeit bestimme ich immer noch gerne selbst.

Irene Bamberger: Wie verträgt sich dieses Ideal mit dem Wunsch nach Gesellschaft
und – manchmal spontanen - Gesprächen?

wortstark: Dass ich keine MitarbeiterInnen habe, heißt ja nicht, dass ich immer allein da sitze. Ich pflege diverse Netzwerke und formell lose Geschäftspartnerschaften, von denen sich die zwei langjährigsten zu wunderbaren Freundschaften entwickelten. Da ist zum einen Dr. Susanna Künzl von der ambranet Webentwicklung und Internetberatung, die meine Website gestaltet und seit Jahren bei Google auf den vordersten Rängen hält (!). Was auch immer ich für Fragen zum Internet und der digitalen Welt habe: Ich erhalte umgehend eine fundierte Antwort. Darüberhinaus stellt Frau Dr. Künzl auf Sponsoring-Basis jeden Monat den vorliegenden Newsletter online, was doch jedes Mal ein erheblicher Aufwand ist. Dafür an dieser Stelle recht herzlichen Dank! Und natürlich der Link für alle, die gerade diese geballte Web-Kompetenz brauchen: http://www.ambranet.de/

Zum anderen war ich acht Jahre für Birgit Ehrl-Gruber als Fachautorin tätig und durfte zwischenzeitlich ihre Website wortstark prägen. Frau Ehrl-Gruber gibt nebenberuflich im Auftrag des WEKA-Verlags das Handbuch „Projekte erfolgreich steuern und umsetzen“ heraus. Durch die Herausgebertätigkeit ist sie methodisch extrem versiert - fortlaufend. Dies kommt ihrer hauptberuflichen Arbeit zugute: Sie unterstützt als Managerin auf Zeit Unternehmen bei Auftragsabwicklung (Supply Chain Management), Logistik und Prozessmanagement. Wenn ich unproduktive Firmenbereiche hätte und gern wüsste, was da schief läuft, würde ich sie sofort buchen! Für wortstark bitte ich sie immer dann um ihre Expertise, wenn es um betriebswirtschaftliche Strategien geht, die ich im Rahmen meiner weichen Planung erstelle. Hier der Link zu der Frau, die mit Kompetenz und Leidenschaft Zahlen zum Sprechen bringt: http://www.ehrl-gruber.de

Mit beiden Unternehmerinnen führe ich gute Gespräche und bin dankbar für solche tollen Sparringspartnerinnen. Auf dem nächsten Foto sehen Sie uns drei bei unserem „Gipfeltreffen“ anlässlich 10 Jahren wortstark, zu dem ich im August eingeladen hatte. Von links nach rechts: Annette Hartmann, in der Mitte Susanna Künzl, rechts Birgit Ehrl-Gruber.
Gipfelfrauen

Irene Bamberger: Um im Sinne der Astrologie zu sprechen: Sie mögen mehrere autarke Sterne an Ihrem Himmel, die sich nicht pausenlos neu aufeinander einstellen müssen?

wortstark: Ja – ein schönes Bild! Und es stimmt, wir sind aufeinander eingespielt.

Irene Bamberger: Bekommen Sie dann auch von den beiden Geschäftspartnerinnen neue Impulse für Ihr Geschäft oder Feedback, wenn Ihnen selbst mal der Abstand fehlt?

wortstark: Ja, die beiden sind schon sehr wichtig für mich. Hinzu kommt mein Newsletter, darüber haben wir schon gesprochen. Ergänzend genehmige ich mir selber aber auch immer wieder ganz offiziell Coachings und Supervision. Einerseits möchte ich daraus lernen, wie andere Coaches methodisch vorgehen. Andererseits will ich mir immer wieder von außen eine andere Sicht gönnen. Das tut so gut, gelegentlich aus seinem gewohnten Denkgebäude auszusteigen und es sich von oben oder außen anzusehen. Auch hierzu schwebte mir kürzlich ein passendes Foto vor die Linse:
Perspektivwechsel

Irene Bamberger: Abschließend eine Frage mit Blick in die Zukunft: Stellen Sie sich vor, dass ich Sie anlässlich Ihres 15. Firmenjubiläums befragen würde. Über welche Veränderungen und Erfolge würden Sie mir dann im Idealfall berichten - wovon träumen Sie, Frau Dr. Hartmann?

wortstark: Meine Reise geht künftig mehr in Richtung bundesweite Bekanntheit: Das werde ich umsetzen über verstärkte Auftritte als Referentin, die dann auch öffentlich zugänglich sind. Ich weiß, dass viele Leute darauf warten. Begleitend werde ich Bücher verfassen, da liegen mehrere Themen an – mit dem Angebote schreiben habe ich einen logisch prima passenden Anfang.  

Inhaltlich orientiere ich mich weiter hin zu Sprachpsychologie und Stimme. Ich singe ja seit Jahren im Chor, lerne derzeit Gitarre spielen, um Gesang besser begleiten zu können und ich möchte mich künftig auch im technischen Sinne mit Stimme befassen, zum Beispiel mit Stimmanalyse.

Was die Sprachpsychologie angeht, befinden wir uns im ureigenen Gebiet von wortstark. Im Sommer bin ich Mitglied beim Verein für deutsche Sprache geworden, weil ich erkannt habe, dass aktive politische Unterstützung und Lobbyarbeit nötig ist, um eines unserer wertvollsten Kulturgüter, nämlich die deutsche Sprache zu erhalten - in all ihrer Treffsicherheit, Ausdrucksstärke und ihrer Farbigkeit. Davon lebe nicht nur ich, sondern im übertragenden Sinne lebt davon die deutsche Wirtschaft. Denn: Wer seine Sprache aufgibt, gibt im wahrsten Sinne das Denken in eigenen Begriffen auf und verliert damit an Identität, an Einzigartigkeit. Es mag im ersten Moment absurd klingen, aber um in der Globalisierung nicht auf der Strecke zu bleiben sondern einen aktiven Part zu übernehmen, brauchen wir Deutsche dringend mehr Bewusstsein und Gefühl für unsere Sprache. Ein gesundes sprachliches Selbstbewusstsein. Dafür möchte ich weiterhin wortstark arbeiten.

Irene Bamberger: Es gibt viel zu tun, Frau Dr. Hartmann. Ich wünsche Ihnen das notwendige Glück für Ihre persönliche und unternehmerische Zukunft!

Irene BambergerSie erreichen Irene Bamberger unter:
Tel. 089 – 89 06 80 75
oder über E-Mail (privat)
allesmeins@mnet-online.de

 

 

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E-Mail: service@ambranet.de, URL: www.ambranet.de.

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