„Alternativen zu Babylon im Unternehmen”

Liebe Leserinnen und Leser,

der Anlass dieses Newsletters könnte kaum grundlegender sein: Seit Jahren beobachte ich besorgt das sinkende Vertrauen interner wie externen Zielgruppen in die institutionalisierte Unternehmenskommunikation. (Näheres: http://www.competence-site.de). Diesen Vertrauensverlust der Menschen führe ich unter anderem auf den Globalisierungswahn zurück und der Verbreitung von Englisch als Unternehmens- und Alltagssprache mitten in Deutschland.

Mein Eindruck: Wer in Düsseldorf oder Rosenheim seinen „staff“ anspricht und die engsten MitarbeiterInnen meint, braucht sich über versteinerte Gesichter und mangelnde Arbeitsfreude nicht zu wundern.

Unter VerbraucherInnen sind die Geschmäcker wohl verschieden, aber ich weiß, ich bin in guter Gesellschaft mit der Meinung: „Coffee-to-go“ aus dem Wegwerfbecher, überteuertes heißes Wasser mit einer Schicht heißer Luft, bestehend aus englischem Wortgeschäume und künstlichen „special flavors“, das verdirbt den Appetit. „Coffee-Shops“ mögen ja beispielsweise in Sydney/ Australien noch angehen, wo ich vergeblich nach landestypischen Alternativen Ausschau hielt. Aber in Deutschland, diesem Land mit einst so starken eigenen Kulturen zwischen Ostsee und Alpen, die vor allem über die einheitliche Muttersprache miteinander verbunden sind, da sehe ich mich als Kundin durch die englisch-globale Gleichmacherei samt umweltfeindlichem ex-und-hopp (auch ein Teil der Ignoranz!) zur austauschbaren „Allerwelts-Konsumentin“ degradiert, die es noch nicht mal wert ist, in ihrer Sprache angesprochen zu werden. Ich möchte dann am liebsten laut rufen: „Hallo, wir sind in Deutschland!“ (Österreich verteidigt seine Kaffeekultur und nicht nur sie ja übrigens wesentlich selbstbewusster, dies nur am Rande).

Nein, ich bin keine Spezialistin für Kaffee oder für Gastronomie. Aber ich gehöre seit fast zehn Jahren zu den wohl aufmerksamsten und weltoffensten VordenkerInnen in der Beraterszene rund um die deutsche Unternehmenskommunikation. Und gerade auf der Basis meiner Weltoffenheit rate ich Ihnen eines: Wenn es um die Effektivität in der Kommunikation geht, war und ist die jeweilige Muttersprache in allen Ländern dieser Welt grundsätzlich das beste Pferd im Stall.

Dass ausgerechnet eines der edelsten und angesehensten „Rennpferde“ im Stall der deutschen Industrie, nämlich der Sportwagenhersteller Porsche, unsere Muttersprache bewusst im Unternehmen hochhält, freut und fasziniert mich. Ein Lichtblick im drohenden babylonischen Sprachwirrwarr in deutschen Firmen!

Dafür gab´s von den LeserInnen der Zeitschrift „Deutsche Sprachwelt“ die Auszeichnung „Sprachwahrer des Jahres 2007“. Hoffentlich nehmen sich viele hiesige Firmen ein Vorbild am flotten Flitzer. Ein Hoch auf die heimischen Pferdestärken – folgen Sie Porsches Sprachpolitik und wechseln Sie auf die Überholspur. Gute Fahrt!

Ihre Dr. Annette Hartmann

„Mit beiden Beinen auf heimischem Boden: Porsche spricht deutsch“

wortstark: Herr Dr. Bamler: Sie sind Leiter der Unternehmenspresse bei der Porsche AG. Warum haben Sie sich für diese Aufgabe entschieden, was reizt Sie daran?

Dr. Albrecht Bamler: Als ich vor fünf Jahren das Angebot bekam, diese Aufgabe zu übernehmen, habe ich keine Sekunde gezögert. Porsche zählte schon damals zu den imagestärksten Unternehmen in Deutschland und gleichzeitig zu den attraktivsten Arbeitgebern. Ich habe hier eine abwechslungsreiche Tätigkeit und kann ein sehr emotionales Produkt und ein erfolgreiches Unternehmen vermarkten. Das öffentliche Interesse ist groß, und das bedeutet, das Interesse der Medien an Porsche ist enorm hoch. Anders als bei anderen Unternehmen, bei denen man den Medien hinterherlaufen muss, ist einem hier die Aufmerksamkeit der Medien sicher.

wortstark: Tja, Sie haben´s gut… Dann liegen eigentlich die Reize in den besonderen Rahmenbedingungen Ihres Jobs, also dass die Medien auf Sie zukommen?

Dr. Albrecht Bamler: Nicht nur. Ein Sportwagen lässt sich nunmal leichter verkaufen als eine 100-Millionen Euro teure Maschine. Mir gefällt aber auch die Geschichte von Porsche, die Entwicklung vom Übernahmekandidaten zu einem Unternehmen, das zwar immer noch nicht wirklich groß ist, aber in den letzten Jahren so viel Geld verdient hat, dass es sich jetzt anschickt, einen der größten DAX-Konzerne zu übernehmen, nämlich VW. Porsche hat eine langfristige Strategie und diese wird konsequent umgesetzt, das finde ich beeindruckend. Also… (lacht) ich möchte mit keinem anderen Unternehmen tauschen.

wortstark: Haben Sie womöglich einen Porsche als Dienstfahrzeug?

Dr. Albrecht Bamler: Was sonst? (lacht) Da ist Porsche sehr großzügig. Alle vom Abteilungsleiter an aufwärts fahren einen Porsche als Dienstwagen. Da die Porsche-Dichte in Stuttgart sehr hoch ist, findet das hier aber niemand besonders aufregend. Dass ein Porsche etwas Besonderes ist, fällt mir immer dann auf, wenn ich mal in anderen Großstädten bin.

wortstark: Da hab ich gedacht, jetzt stelle ich mal eine ketzerische Frage und dann ist es auch noch wirklich so… (lacht) Wenn ich das höre, muss ich mir doch mal überlegen, ob ich meine Selbständigkeit aufgebe? (lacht) – Gut, kommen wir zum Auslöser dieses Interviews: Porsche hat bewusst Deutsch als Unternehmenssprache. Wie kam es zu dieser Entscheidung? Gab es hierfür ein Schlüsselerlebnis?

Dr. Albrecht Bamler: Nein. Es hat hier nie jemand die Frage gestellt, ob man Englisch als Unternehmenssprache einführen sollte. Daimler ging ja Mitte der 90er Jahre einen anderen Weg und hat Englisch als Konzernsprache eingeführt, noch vor der Fusion mit Chrysler. Porsche ist viel kleiner und hat auch nur drei Produktionsstandorte, alle in Deutschland. Unser Exportanteil liegt zwar auch bei immerhin 85 Prozent. Aber die MitarbeiterInnen kommen überwiegend aus Deutschland und deswegen ist unsere Firmensprache Deutsch. Auch wenn jeder mehr oder weniger gut Englisch kann, so ist Deutsch unsere Muttersprache, in der wir denken und argumentieren. Wir würden uns eines Vorteils berauben, wenn wir uns nicht mehr in der Sprache ausdrücken, die wir von Kindheit an beherrschen.

wortstark: Gab es denn dahinter noch irgendwelche Interessen? Es sprechen doch auch einige Argumente für das Englische als Unternehmenssprache? Warum haben Sie sich nicht, so wie die meisten anderen, auf „international“ umgestellt?

Dr. Albrecht Bamler: Das Hauptargument ist, dass es in einem Unternehmen wie Porsche viele Experten gibt, zum Beispiel in der Entwicklung, die sich in dieser Sprache am besten ausdrücken können. Aus unserer Sicht wäre es ein Nachteil, das aus der Hand zu geben. Man gewinnt dadurch nichts. Nur, um sich mit dem Englischen einen modischen Anstrich zu geben, das passt nicht zur Porsche-Philosophie, die lautet, immer einen eigenen Weg zu gehen. Wir haben bei Porsche auch immer betont, dass uns das Qualitätssiegel „Made in Germany“ wichtig ist. Das erwarten die Kunden weltweit von uns. Porsche ist und bleibt ein deutsches Unternehmen und bekennt sich dazu. Ich möchte sogar noch einen Schritt weiter gehen: Wir bekennen uns ausdrücklich zu unseren schwäbischen Wurzeln und Tugenden.

wortstark: Zum Beispiel?

Dr. Albrecht Bamler: Wir streben in unserer Arbeit nach Perfektion, wollen aber gleichzeitig authentisch sein. Wer uns kennt, weiß, dass wir keine arrogante Glamour-Firma sind.

wortstark: Naja: Diese Wirkung übernimmt bei Ihnen ja auch in gewisser Weise schon das Produkt, oder? Wenn einer mit einem Porsche ankommt, guckt doch sowieso schon alle Welt hin und sagt, „oh, toll“… jedenfalls, wenn wir außerhalb Stuttgarts unterwegs sind?

Dr. Albrecht Bamler: Unser Ziel ist es nicht, Sportwagen zu bauen, die auffallen und protzig sind, sondern die sich durch ein reduziertes, klassisches Design und überlegene Technik auszeichnen. Unser Anspruch an uns selbst ist dabei sehr hoch, und unser Vorstandsvorsitzender lebt das vor. Trotzdem ist er privat ein bodenständiger Mensch und freut sich, wenn er sich seinem Kartoffelacker widmen kann. Das ist übrigens keine PR-Nummer, sondern tatsächlich so. (lacht)

wortstark: Wieso? Was macht er denn mit den Kartoffeln?

Dr. Albrecht Bamler: Er baut sie an und erntet sie.

wortstark: Der ist also richtig Landwirt?

Dr. Albrecht Bamler: Nicht ganz, ich würde sagen Nebenerwerbslandwirt.

wortstark: Okay … tut er das, um auf dem Boden zu bleiben?

Dr. Albrecht Bamler: Das interessiert ihn, und dabei kann er abschalten.

wortstark: Hm. Also ich fahre keinen Porsche und habe das erste Mal mit Ihnen als Unternehmen zu tun, komme ganz von außen. Ich bin jetzt schon etwas überrascht, dass die Innen- und Außensicht bei Ihnen dermaßen voneinander abweicht…

Dr. Albrecht Bamler: Ja, wir werden in der Öffentlichkeit natürlich als Luxus- und Premiummarke wahrgenommen. Aber wir wollen uns dabei klar von unseren Wettbewerbern unterscheiden. Innerhalb unserer Werke gibt es keinen Luxus, sondern Begeisterung, Einsatz, harte Arbeit. Der Erfolg von Porsche kommt nicht von ungefähr.

wortstark: Die Schlichtheit ist mir sympathisch… aber das sind Sie ja sowieso, weil Sie Deutsch als Firmensprache pflegen, das gebe ich offen zu.

Dr. Albrecht Bamler: Die Sache mit Deutsch als Unternehmenssprache geht übrigens nicht nur auf Dr. Wiedeking zurück, sondern auch auf Anton Hunger, der bei Porsche seit 16 Jahren Pressechef ist. Er war sich mit Dr. Wiedeking immer einig, dass man sich zu seinen Wurzeln bekennen sollte. Und da gehört die Muttersprache ganz entscheidend mit dazu.

wortstark: Gibt es oder gab es denn mal irgendwelche Untersuchungen über die Frage „Was ist anders, wenn jemand sich auf Deutsch ausdrückt oder nicht auf Deutsch?“ Ich hab ja einst eine Fernsehsendung gesehen, worüber ich auf Sie kam. Da hieß es, dass durch den Verzicht auf die Muttersprache so viel Information verloren geht, dass es ein Verlust wird. Aber er wurde nicht beziffert.

Dr. Albrecht Bamler: Ich habe von diesen Untersuchungen auch gelesen, kenne aber den Inhalt nicht. Bei Porsche vertrauen wir einfach unserem gesunden Menschenverstand. Wir sind mittelständisch geprägt, und als Familienunternehmen langfristig ausgerichtet. Wiedeking hat sich ja auch vehement gegen die Quartalsberichte gewehrt, weil sie ein gefährliches Kurzfristdenken zur Folge haben und die langfristige Perspektive aus den Augen verloren geht.-

wortstark: Ja! Sehe ich auch so!

Dr. Albrecht Bamler: - Das jüngste Buch unseres Vorstandsvorsitzenden heißt „Anders ist besser“. Dort beschreibt er, was für ein gute Unternehmensführung wichtig ist und dass man seinen eigenen Weg gehen und nicht modischen Tendenzen und Trends folgen sollte.

wortstark: Sie trauen sich was… Aber jetzt haben Sie auch die Quartalsdenke, Sie haben es doch dann eingeführt, oder?

Dr. Albrecht Bamler: Nein, die haben wir bis heute nicht eingeführt und sind ja deshalb auch vor einigen Jahren aus dem M-DAX verbannt worden. Und trotzdem sind wir stark genug, ein DAX-Unternehmen zu übernehmen.

wortstark: Ja, bemerkenswert… Das mit den Studien hätte mich ja schon interessiert, schade, dass es da von Ihnen nichts gibt.

Dr. Albrecht Bamler: Studien gibt es nicht, aber wir sind ja immerhin zum „Sprachwahrer des Jahres 2008 “ gewählt worden, von den LeserInnen der Zeitschrift „Deutsche Sprachwelt“. Offenbar ist es doch einer ganzen Reihe von Leuten aufgefallen, dass wir an Deutsch als Unternehmenssprache festhalten.

wortstark: Aha! Und welche Reaktionen kamen daraufhin? Und von woher?

Dr. Albrecht Bamler: Wir haben aus ganz Deutschland positive Reaktionen erhalten. Den Menschen im Ausland ist es wahrscheinlich egal, ob wir in Zuffenhausen die deutsche Sprache hochhalten. Die interessieren sich in erster Linie für unsere Sportwagen.

wortstark: Aber es gibt doch auch die Porsche Holding und die ist doch europäisch geprägt?

Dr. Albrecht Bamler: Nein, sie hat nur eine neue europäische Rechtsform. SE steht für das lateinische „Societas Europaea“. Das hat aber mit der Firmensprache nichts zu tun.

wortstark: Aber es könnte doch nun im Ausland heißen: „Porsche ist provinziell“, „Was machen die Deutschen schon wieder?“… Oder womöglich sogar: „Oh Gott, jetzt kommen die Deutschen wieder auf dumme Gedanken und machen einen auf Deutsch?“

Dr. Albrecht Bamler: Nein, wir haben keine Reaktionen dieser Art erhalten. Audi wirbt ja auch mit dem Slogan „Vorsprung durch Technik“. Das findet keiner komisch im Ausland. Das glauben nur immer wir Deutsche, dass es so aufgenommen wird. Ist aber nicht so. Und die Reaktionen, die wir bekommen haben, waren durchweg positiv.

wortstark: Tatsächlich? Noch nicht mal der Vorwurf „provinziell?“

Dr. Albrecht Bamler: Nein, ganz und gar nicht. Die Sprache Luthers, Goethes oder Hölderlins, die heute von immerhin 100 Millionen Menschen gesprochen wird, als provinziell zu bezeichnen wäre abwegig.

wortstark:  Hm. Dann müssten das doch viele Firmen nachmachen?

Dr. Albrecht Bamler: Ich kann nicht über andere Konzerne urteilen. Ich habe aber gehört, dass in einigen Unternehmen, in denen Englisch als Firmensprache eingeführt wurde, viele Mitarbeiter verärgert waren und sind, und dass sie sich behindert fühlen in ihren Diskussionen, wenn alle Englisch reden müssen, bloß weil ein einziger dabei ist, der kein Deutsch kann. Das würden wir bei Porsche so nicht machen.

wortstark: Nun gut, das ist auch eine Frage der Höflichkeit, wenn ein Ausländer dabei ist. Den grenzt man doch damit auch aus, wenn man gar kein Englisch redet?

Dr. Albrecht Bamler: Man kommt in der Diskussion schwieriger Fachthemen rasch an den Punkt, wo man sich nur noch in der eigenen Sprache ausdrücken und durchsetzen kann. Und dann versteht derjenige, der kein Deutsch spricht, halt mal nichts, dann kann es ja anschließend einer für ihn übersetzen. Und außerdem, wenn man bei einem deutschen Konzern beschäftigt ist, auch im Ausland, dann ist es sicher auch kein Fehler, Deutsch zu lernen. Genauso wie wir ständig alle unser Englisch optimieren müssen, wissen diese Mitarbeiter, dass es manche Informationen eben nur auf Deutsch gibt. Andererseits wird natürlich bei Beiratssitzungen unserer ausländischen Töchter Englisch gesprochen.

wortstark: Aus Ihren Aussagen spricht für meine Begriffe ein gesundes Selbstbewusstsein. Ich sehe es genauso. Wir lernen ja auch Englisch oder andere Sprachen, damit wir uns im Ausland verständigen können. Genauso natürlich ist es, wenn Leute die hier arbeiten oder viel mit Deutschland zu tun haben, Deutsch lernen. Ich finde, das wird viel zu wenig vertreten. Und nur durch dieses schwache Selbstbewusstsein geraten wir Deutsche immer wieder in die Gefahr, unterschwellig braunen Kräften Nährboden zu geben – meiner Meinung nach.

Dr. Albrecht Bamler: Genau. Das müsste doch gar nicht sein. Wir müssen beim Thema Sprache mehr Selbstbewusstsein zeigen.

wortstark: Ja! An der Stelle zeigt sich, wie politisch das Thema Sprache ist, vor allem die Muttersprache. – Doch jetzt bitte noch zu Ihrer Website. Warum ist dort Ihre ungewöhnliche Sprachpolitik nicht so klar wahrnehmbar? Jedenfalls stehen die Menüpunkte „Car Configurator“ und „Financial Services“ neben dem „Modellvergleich“ und der „Händlersuche“. So ganz konsequent wird die deutsche Linie also nicht verfolgt. Was steckt dahinter?

Dr. Albrecht Bamler: Das hat die oben genannte Zeitschrift auch als Kritik formuliert. Manchmal müssen wir auch Kompromisse schließen. Für bestimmte  Phänomene muss es aus Sicht unseres Vertriebs weltweit einheitliche Begriffe geben. Zum Beispiel heißt die Porsche-Keramikbremse abgekürzt PCCB, also „Porsche Ceramic Composite Brake“. Manchmal ist es vernünftig, international gängige Begriffe zu verwenden, die überall auf der Welt einheitlich benutzt werden. Aber da diskutieren wir im Einzelfall teilweise recht intensiv mit unseren Kollegen. Trotzdem: Wenn Sie sich unsere Werbeanzeigen ansehen, werden Sie feststellen, dass die deutsche Sprache auch hier eine wichtige Rolle spielt. Auch in unseren Pressemeldungen legen wir auf eine verständliche Sprache wert und verzichten auf unnötige Fremdwörter. Da unterscheiden wir uns sicher von dem einen oder anderen deutschen Großkonzern, der in seinen Werbeanzeigen ein unglaubliches Kauderwelsch verwendet, was mich persönlich ärgert.

wortstark: Können Sie Namen nennen?

Dr. Albrecht Bamler: Zum Beispiel die Werbung von Deutsche Telekom oder Deutsche Bahn. Gerade bei der Bahn finde ich es völlig unsinnig, da es sich ja um ein Unternehmen handelt, das – jedenfalls was die Züge angeht – nur in Deutschland tätig ist und hier einen besonderen Auftrag hat.

wortstark: Sie meinen Begriffe wie “Service-Point”, “Meeting-Point”, „Teens & Twens“ … ?

Dr. Albrecht Bamler: Exakt. Und sämtliche Produktnamen enthalten „-ticket“. 
Obwohl ich bei Porsche arbeite, bin ich überzeugter Bahnkunde, und deswegen würde ich mir wünschen, dass staatliche oder halbstaatliche Unternehmen hier mit gutem Beispiel vorangehen.

wortstark: Ja, geht mir genau so.- Gab es eigentlich irgendeine Lernerfahrung, eine Entwicklung, Dinge, die Sie heute anders machen würden als früher in Bezug auf das Deutsche als Firmensprache?

Dr. Albrecht Bamler: Nein, ich kann mir nicht vorstellen, dass wir bei Porsche davon abrücken. Fest steht aber auch, dass es bei einem Unternehmen wie Porsche mit einem hohen Exportanteil immer wichtiger wird, dass man andere Sprachen sprechen kann. Wenn wir in China oder Russland oder in der Golfregion neue Märkte entwickeln, dann müssen wir alle wenigstens Englisch beherrschen. Aber unsere Konzernsprache ist und bleibt Deutsch. Der Erfolg unseres Unternehmens gibt uns recht.

wortstark: Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen. Vielen Dank für dieses Gespräch!

Dr. Albrecht BamlerSie erreichen Dr. Albrecht Bamler unter
Tel. 0711 911 2 79 41.
E-Mail: albrecht.bamler@porsche.de
Website: http://www.porsche.com/

Zum Preisverleihung als „Sprachwahrer“:
http://www.deutsche-sprachwelt.de/sprachwahrer/index.shtml
Ausgabe Frühjahr 2008

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